Linux auf dem Maxdata M-Book 1000T

Christian Wirthensohn, 27.09.2003


Dieses Dokument zeigt die Machbarkeit der Installation von Debian GNU/Linux 3.0 (Woody) mit einem 2.4er Kernel auf dem Notebook Maxdata M-Book 1000T.


Status



Technische Daten

 
Prozessor(en)

CPU

Mobile AMD Athlon™ XP 2000+ 

CPU PowerNow! Funktion

ja 

System Bus Speed

200 MHz

System

Integriert

VGA 

 

Sound 

 

Modem 

 

LAN (10/100 MBit/s) 

Chipsatz

VIA KT133 

CardBus Support

ja 

PC-Card Chipsatz (PCMCIA)

O2Micro OZ6812 

Grafiksystem

Grafik-Chip

S3-VIA Twister K™ 

Grafik-Speichergroesse

32 MByte

Vergabe Grafik-Speicher

dynamisch vergeben 

VGA 3D Unterstuetzung

ja 

OpenGL Support

ja 

Grafik Dual View Funktion

ja 

Grafik Interface

AGP (4x) 

Display

Display Typ

TFT / Activ Matrix 

Diagonale

14,1 Zoll

Max. Aufloesung (internes Display)

(1024 * 768) Pixel

Audiosystem

Audio Chipsatz

VIA AC'97 Audio 

Audio Wave Table

ja 

Stimmen (Audio)

64 Stück

Audio 3D Unterstuetzung

ja 

Audio 3D Hardware-Unterstuetzung

ja 

Full Duplex (Audio)

ja 

Hauptspeicher

RAM

256 MByte

Speichertyp

SDR-SDRAM 

Anzahl DIMM Sockets

2 Stück

max. Speicher

1024 MByte

Festplatte

HDD-Formfaktor

2,5 Zoll

HDD

30 / 40 GByte

Interface (Massenspeicher)

U-DMA 100 

DVD/CD-RW Combo

Lesegeschwindigkeit CD-ROM (combo)

24 X

Lesegeschwindigkeit DVD (combo)

8 X

Schreibgeschwindigkeit

12 X

Wiederschreibgeschwindigkeit

4 X

I/O

Anzahl serielle Schnittstellen

1 Stück

IrDA Serial Infrarot

Fast IR (max. 4 MBit/s) 

Anzahl parallele Schnittstellen

1 Stück

VGA D-Sub Anschluss (15 pol.)

ja 

PS/2 Tastatur/Maus Anschluss

ja 

Anzahl Standard-USB Schnittstellen (USB 1.0/1.1)

2 Stück

TV Out Anschluss

ja 

Fire Wire (IEEE 1394)

ja 

PC-Card Schaechte (PCMCIA)

1x Typ III 

Modem (intern)

Uebertragungsgeschwindigkeit (empfangen)

0 - 56 kbit/s

Uebertragungsgeschwindigkeit (senden)

0 - 33,6 kbit/s

Fax Uebertragungsrate (max.)

14,4 kbit/s

Voice Modem

ja 

Modem Chipsatz

Smart Link 56K modem 

Netzwerk Adapter

Uebertragungsrate (max.)

100 Mbit/s

Moegliche Uebertragungsraten

10 Mbit/s

 

100 Mbit/s

Umschaltung der Uebertragungsrate

Automatisch 

Unterstuetzte Netzwerkstandards

IEEE 802.3 10Base-T 

 

IEEE 802.3u 100Base-TX 

Chipsatz (Netzwerk Adapter)

VT8231 (VIA PCI Fast Ethernet Controler) 

RJ 45 (Twistet Pair Anschluss)

ja 

Zeigergeräte

Touchpad

ja 

Touchpad Hersteller

Synaptics 

Features

Lautsprecher (integriert)

ja 

Mikrofon (integriert)

ja 

Akkueigenschaften

Akku Typ

Li-Ion 

Akku Spannung

14,8 V

Typische Akku Kapazitaet

3600 mAh

Akku Kalibrierung

nein 



Spezifikation

Ausgabe von lspci:

     00:00.0 Host bridge: VIA Technologies, Inc. VT8363/8365 [KT133/KM133] (rev 80)
     00:01.0 PCI bridge: VIA Technologies, Inc. VT8363/8365 [KT133/KM133 AGP]
     00:08.0 CardBus bridge: O2 Micro, Inc.: Unknown device 6972
     00:10.0 FireWire (IEEE 1394): VIA Technologies, Inc. OHCI Compliant IEEE 1394 Host Controller (rev 80)
     00:11.0 ISA bridge: VIA Technologies, Inc. VT8231 [PCI-to-ISA Bridge] (rev 10)
     00:11.1 IDE interface: VIA Technologies, Inc. Bus Master IDE (rev 06)
     00:11.2 USB Controller: VIA Technologies, Inc. UHCI USB (rev 1e)
     00:11.3 USB Controller: VIA Technologies, Inc. UHCI USB (rev 1e)
     00:11.4 Bridge: VIA Technologies, Inc. VT8235 Power Management (rev 10)
     00:11.5 Multimedia audio controller: VIA Technologies, Inc. AC97 Audio Controller (rev 40)
     00:11.6 Communication controller: VIA Technologies, Inc. AC97 Modem Controller (rev 20)
     00:12.0 Ethernet controller: VIA Technologies, Inc. Ethernet Controller (rev 51)
     01:00.0 VGA compatible controller: S3 Inc.: Unknown device 8d02 (rev 01)


Chipsatz-Support im Kernel

Für eine optimale Performance des Kernels sind einige Einstellungen sinnvoll:

     Processor type and features --->
          (Athlon/Duron/K7) Processor family
          (off) High Memory Support
          [ ] Math emulation
          [*] MTRR (Memory Type Range Register) support
          [ ] Symmetric multi-processing support
          [ ] Local APIC support on uniprocessors
     ATA/IDE/MFM/RLL support --->
          IDE, ATA and ATAPI Block devices --->
               <*> VIA82CXXX chipset support
     Plug and Play configuration --->
          < > Plug and Play support


Festplatte (UDMA)

Die eingebaute Festplatte und der IDE-Chipsatz können mit UDMA-100 betrieben werden und sind halbwegs flott.

Ich empfehle die Installation des Pakets hdparm zur Optimierung. Dazu muss dann noch folgende Zeile ans Ende der Datei /etc/init.d/bootmisc.sh vor dem exit angefügt werden:

     /sbin/hdparm -A1 -c1 -d1 -m16 -S120 -u1 -W1 -X69 /dev/hda

Das -S120 bewirkt übrigens ein Herunterfahren der Festplatte nach 10 Minuten Inaktivität.


Framebuffer-Device

Um den Bildschirm auch im Textmodus optimal auszunutzen (und beim Booten den Linux-Pinguin oben links zu sehen...), benötigt man ein Framebuffer-Device. Der S3-Grafikchip wird vom normalen VESA-Framebuffer-Device des Kernels unterstützt.

Es muss also nur in den Kernel eingebunden werden:

     Console drivers --->
          [*] VGA text console
          [*] Video mode selection support
          Frame-buffer support --->
               [*] Support for frame buffer devices (EXPERIMENTAL)
               [*] VESA VGA graphics console

Um das Ganze dann auch zu nutzen, muss in der /etc/lilo.conf an entsprechender Stelle noch die Zeile

     vga = 0x317

eingetragen werden.


XFree 4.1

Der Grafikchip des Notebooks ist ein S3 Twister K (86C387), der von XFree 4.1 problemlos unterstützt wird. Allerdings habe ich mich nicht lange mit der Konfiguration mit den entsprechenden Tools aufgehalten, sondern direkt eine passende /etc/X11/XF86Config-4 genommen, die ich im Internet gefunden und unverändert übernommen habe.

Diese Konfigurationsdatei stellt die Farbtiefe auf True-Color (24 Bit) und beinhaltet noch die Unterstützung einer zusätzlichen seriellen Maus. Da ich selbst weder serielle noch USB-Mäuse verwendet, habe ich diesbezüglich nichts angepasst.


Sound

Sound funktioniert ebenfalls ohne Schwierigkeiten. Dazu einfach in den Kernel folgendes einbauen:

     Sound --->
          <*> Sound card support
          <*> VIA 82C686 Audio Codec
          [*] VIA 82C686 MIDI

Getestet habe ich den Sound mit XMMS, der problemlos MP3-Dateien abspielt und natürlich funktioniert auch der Mixer.

Soll auf der Maschine auch als User Sound benutzt werden, müssen noch die Berechtigungen der Devices /dev/dsp und /dev/mixer auf 666 gesetzt werden.


DVD/CD-RW

Das eingebaute Laufwerk wird natürlich schon bei der Installation automatisch eingerichtet und läuft perfekt.

Um das Laufwerk auch zum Brennen von CDs benutzen zu können, muss es aber mit Hilfe der SCSI-Emulation im Kernel zu einem SCSI-Laufwerk "umkonstruiert" werden. Dazu kompiliert man in den Kernel den SCSI-Support hinzu und außerdem noch die SCSI-Emulation:

     ATA/IDE/MFM/RLL support --->
          <*> ATA/IDE/MFM/RLL support
          IDE, ATA and ATAPI Block devices --->
               <*> Include IDE/ATAPI CDROM support
               <*> SCSI emulation support

Dann noch in die /etc/lilo.conf die Kernel-Startoption

     append="hdc=ide-scsi"

einfügen und schon wird aus dem ehemaligen IDE-Laufwerk /dev/hdc das SCSI-Laufwerk /dev/scd0. Deshalb muss auch der Link /dev/cdrom angepasst werden, damit er nach /dev/scd0 zeigt und nicht mehr nach /dev/hdc.

Soll auch als User ein Zugriff auf das Laufwerk möglich sein, müssen die Zugriffsrechte für /dev/scd0 noch auf 666 gesetzt werden.

Das Brennen funktioniert tadellos mit xcdroast und das Laufwerk ist natürlich auch noch als Lesegerät verwendbar, auch aus VMWare heraus.


PCMCIA

Auch der PCMCIA-Slot funktioniert unter Linux. Einfach im Kernel noch folgende Treiber einbinden:

     General setup --->
          PCMCIA/CardBus support --->
               <*> PCMCIA/CardBus support
               [*] CardBus support
               [*] i82092 compatible bridge support
               [*] i82365 compatible bridge support

Und nicht vergessen, noch die entsprechenden Treiber für die verwendeten PCMCIA-Karten einzubauen.

Bei mir funktioniert PCMCIA in Verbindung mit den Wireless-LAN Karten Cisco Aironet 340 und Elsa MC-11 (Lucent Orinoco Gold), sowie der AVM Fritz!Card v2.0 ohne Schwierigkeiten.


ACPI/APM

Das klassische Linux-Problem auf Notebooks ist wohl die ACPI-Unterstützung. So auch beim M-Book. Bei neueren 2.4er Kernel-Versionen ist ACPI bereits verfügbar, bei älteren Versionen muss der entsprechende Code erst von acpi.sourceforge.net heruntergeladen und in den Kernel eingebaut werden.

Ich verwende den Kernel 2.4.22, den ich von www.kernel.org heruntergeladen habe. Hier brauchte ich nur noch die entsprechenden Funktionen einzubinden:

     [*] Power Management support
     < > Advanced Power Management BIOS support
     ACPI Support --->
          [*] ACPI Support
          <*> AC Adapter
          <*> Battery
          <*> Processor
          <*> Thermal Zone

Für den Betrieb mit ACPI würde man zwar den Power Management Support (APM) nicht zusätzlich benötigen, aber nur damit kann sich das Notebook nach dem Herunterfahren auch selbständig abschalten.

Und jetzt kommt der Haken: kaum ist der ACPI-Support aktiviert und es wird eine PCMCIA-Karte eingesteckt, friert das System komplett ein. Auch das ist wohl ein klassisches Notebook-Problem.

Glücklicherweise ließ sich hier mit einer simplen Kernel-Startoption in der /etc/lilo.conf Abhilfe schaffen:

     append="pci=noacpi"

Und schon funktioniert ACPI auch in Verbindung mit PCMCIA.


Netzwerk

Die Netzwerkkarte im M-Book ist ein VIA Rhine Controller. Diesen habe ich bereits bei der Installation von Debian ausgewählt, da ich das komplette Debian über's Netz installiert habe.

Hier gibt es nichts zu beachten, einfach das via-rhine Modul laden bzw. in den Kernel einbinden, fertig.


Modem

Das Modem ist - wie leider bei Notebooks inzwischen üblich - ein sogenanntes Softmodem, oft als Winmodem bezeichnet. Hier gibt es keine Hardware, die sich um Verbindungsaufbau etc. kümmert, sondern diese Aufgabe muss von der Software übernommen werden.

Leider wird dies vom Linux-Kernel (noch) nicht unterstützt. Es gibt aber unter pctelcompdb.sourceforge.net/ entsprechende Treiber herunterzuladen. Nach Entpacken und einem

./configure --with-hal=via686a

sowie dem obligatorischen make werden mit Hilfe der vorhandenen Kernel-Quellen Module erzeugt, die bei Bedarf nur noch geladen werden müssen. make install installiert diese Module dort hin, wo sie hingehören, und wo auch die sonstigen Modules des Kernels liegen.

Die Module können mit

modprobe pctel
modprobe ptserial


geladen werden und schon kann man das Modem verwenden, z.B. minicom oder Programmen, mit denen PPP-Verbindungen hergestellt werden, wie wvdial usw.


USB

Es muss das UHCI-Modul verwendet werden. Linux erkennt die USB-Ports problemlos. Auch beim Einstecken einer externen USB-Festplatte wird diese sofort als solches Gerät erkannt und im Logfile protokolliert.

Bei mir funktionieren eine 2,5"-USB-Festplatte von EasyDisk, eine 3,5"-USB-Festplatte von Maxtor und diverse USB-Memorysticks (getestet bis 1GB) ohne Probleme.


OpenOffice/StarOffice

Ein bekanntes Problem ist die Kombination von StarOffice/OpenOffice mit XFree 4.x und dem S3-Grafikchip. Beim Start von StarOffice/OpenOffice friert das System ein und auf dem Bildschirm sieht man wilde Farbspielchen.

Aber auch dieses Problem kann mit einem kleinen Workaround behoben werden. Dazu muss in die Datei /etc/X11/Xsession.d/99xfree86-common_start vor der darin enthaltenen Zeile noch folgendes eingefügt werden:

     SAL_DO_NOT_USE_INVERT50=true
     export SAL_DO_NOT_USE_INVERT50


Referenzen



Registrierter Linux-User Nr. 168969   Christian Wirthensohn
www.wirthensohn.de
linux@wirthensohn.de